Das Morgen ist immer schon jetzt
von Patrick Ness
16,99€
cbj-Verlag
Inhalt:
Was, wenn man NICHT einer der Außerwählten ist, wie sie immer in den Büchern beschrieben werden? Wenn man nicht der Held ist, der sonst üblicherweise die Zombies bekämpft, oder die Seelenesser oder was immer gerade das nächste unheilbringende Wesen sein mag, das die Welt bedroht. Was, wenn man einer ist wie Mikey? Der einfach nur seinen Abschluss hinbekommen möchte und zum Schulball gehen und vielleicht irgendwann den Mut aufbringen, Henna um ein Date zu bitten – bevor irgendjemand die Schule in Schutt und Asche legt. Wieder mal. Denn manchmal gibt es stinknormale Probleme, die echt wichtiger sind als der nächste Weltuntergang, und angesichts derer man erkennt, dass das eigene ganz normale Leben absolut einzigartig und außergewöhnlich ist
Meine Meinung:
"Das morgen ist immer schon jetzt" habe ich mir ausgeliehen, weil der Klappentext mich irgendwie angesprochen hat. Die Hauptpersonen in Büchern sind ja immer irgendwie besonders und anders, eben aus irgendeinem Grund die "Auserwählten". Ein Buch, in dem die Hauptperson ein ganz normales Leben lebt klingt zwar eigentlich nicht spannend, aber hat dann doch irgendwie Interesse geweckt. Aber dann war die Geschichte doch etwas anders, als ich sie mir vorgestellt hatte. Am Anfang jedes Kapitels gibt es eine kurze Zusammenfassung was gerade bei den "Indie Kids" passiert. Das hat mich zuerst verwirrt, bis ich dann verstanden habe, dass die Hauptpersonen quasi in einer Welt leben, in der es die Dinge wie Seelenfresser oder Vampire, von denen man in Büchern liest, wirklich gibt. Nur sind die Hauptpersonen eben nicht die "Auserwählten" die sich damit befassen, sondern wollen ein ganz normales Leben leben. Allerdings muss ich sagen, dass mich diese Idee und die kurzen Zusammenfassungen der "Indie Kids" dann doch nicht so angesprochen haben. Ich kam nicht in die Geschichte der Indie Kids herein, da man einfach nicht genug über sie erfährt und es dann zu viele Namen und Personen sind, mit denen ich nichts anfangen konnte.
Die Hauptstory um Mike und seine Schwester Mel hat mir da schon besser gefallen. Beide haben so mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, aber man merkt wie die beiden zusammenhalten. Dazu kommen dann noch schwierige Familien und Probleme mit Freunden und der Liebe. Es handelt sich also im Grunde um eine growing-up Geschichte mit Problemen, wie sie bei Teenagern kurz vor dem Schulabschluss eben auftauchen können. Die Handlung hat mir eigentlich ganz gut gefallen, aber die übernatürlichen Aspekte mit Göttern und eben Seelenfressern und Vampiren haben mich dann einfach rausgebracht und irgendwie gestört. Ich glaube, als ganz "normales" Jugendbuch ohne solche Elemente hätte mich die Handlung mehr angesprochen. Natürlich ist das jetzt alles sehr subjektiv, aber da mich die Geschichte dann nicht so angesprochen hat, konnte sich für mich auch keine große Spannungskurve aufbauen. Das Ende hat mir dann aber trotzdem gefallen. Die Art wie es geschrieben war, hatte irgendwie etwas melancholisch-schönes, vielleicht ja das Gefühl was man hat, wenn die Schulzeit vorbei ist und man zurückblickt und weiß, das alle in der Zukunft ihre eigenen Wege gehen müssen.
Fazit:
"Das Morgen ist immer schon jetzt" ist ein Jugendbuch, das sich mit dem Erwachsenwerden und den damit verbundenen Problemen beschäftigt. Die Grundidee ist interessant, konnte mich aber dann leider doch nicht so ansprechen, da ich die "Indie Kids" etwas seltsam finde. Die Hauptghandlung rund um Mike und Mel hat mir dann aber doch ganz gut gefallen und auch das Ende war irgendwie schön. Für mich insgesamt ein eher mittelmäßiges Buch, aber wenn man den Schreibstil und die übernatürlichen Elemente ansprechend findet, kann man mit diesem Buch auch bestimmt noch mehr Spaß haben.
3/5 Punkten