Sonntag, 12. März 2017

Verschollen in der Wildnis (Abby Lynn #2) von Rainer M. Schröder [REZENSION]

Abby Lynn- Verschollen in der Wildnis
Rainer M. Schröder
7,99€
cbj-Verlag

Inhalt:
Australien, 1808: Herzlich haben die Chandlers Abby aufgenommen und inzwischen ist sie mit Andrew, dem Sohn der Farmer, verheiratet. Friedlich verlaufen ihre Tage, bis Abby Opfer eines Überfalls wird. Ihr gelingt zwar die Flucht, doch sie wurde angeschossen und bricht kurz darauf bewusstlos im Buschland zusammen. Während Aborigines die Verletzte pflegen, startet Andrew eine verzweifelte Suchaktion ...

Meine Meinung:
Auf den ersten Abby Lynn Band bin ich tatsächlich vor einigen Jahren gestoßen, weil wir einen Auszug daraus als Textgrundlage in einer Deutschklausur hatten und sich das Buch sehr interessant angehört hatte. Tatsächlich gelesen habe ich das Buch dann vor zwei Jahren und hatte seitdem geplant den zweiten Band zu lesen. Vor einigen Wochen habe ich den dann durch Zufall bei einem Bücherflohmarkt gefunden und mitgenommen. Und ich muss sagen: Auch der zweite Band hat mir super gefallen!
Sehr glücklich gemacht hat mich direkt erst mal, dass es absolut kein Problem war, den zweiten Band zu lesen, ohne eine richtige Ahnung vom ersten Band zu haben. Wie gesagt ist es mittlerweile schon wieder über 2 Jahre her, dass ich den gelesen habe und wie so oft bei nicht beendeten Reihen konnte ich mich eigentlich nur noch an die grobe Handlung, nicht aber an irgendwelche Details erinnern. Irgendwann relativ zu Beginn erzählt Abby ihre Geschichte dann aber selbst noch mal und so erhält man quasi eine Kurzzusammenfassung vom ersten Band, was mir sehr gelegen kam.^^ Das Buch spielt ja in Australien im Jahre 1808 und die Situation in der damaligen Englischen Kolonie, die ja größtenteils durch Sträflinge besiedelt wurde, wird anschaulich beschrieben. Besonders die Aborigines spielen dieses mal eine große Rolle und ihr Leben ist wirklich faszinierend, man merkt, dass hinter diesem Buch eine detaillierte Recherche gesteckt haben muss.
Abby tritt wie im ersten Band als absolut sympathische Figur auf. Sie ist freundlich und hilfsbereit und verkörpert gemessen daran, dass das Buch zu Beginn des 19. Jahrhunderts spielt teilweise eine überraschend moderne Denkweise. Wenn ich nur ihre Figur betrachte, könnte das Buch auch 100 Jahre später spielen. Ich habe nicht das Gefühl gehabt, das sich das Buch irgendwie künstlich "veraltet" anfühlt, beim Lesen kam es mir ganz natürlich vor, zu welcher Zeit das Buch spielt und auch die Sprache war zwar zeitgemäß, aber nicht anstrengend zu lesen. Insgesamt würde ich das Buch und die Figuren einfach als authentisch beschreiben, was mir bei Büchern immer sehr wichtig ist. 
Vom Handlungsbogen her hat mir das Buch eigentlich sehr gut gefallen. Zu Beginn erhält man erst wieder Einblicke in das leben auf der Farm Yulara und die Haupthandlung setzt dann gegen Mitte des Romans ein. Allerdings kam es mir so vor, als wäre die Handlung dann am Ende sehr schnell aufgelöst worden und das Ende kam etwas abrupt. Nichtsdestotrotz war der Spannungsgehalt durchgehend recht hoch und die Handlung durchgehend interessant, Längen kamen nicht auf. (Wobei man dazu sagen muss, dass das Buch auch "nur" 288 Seiten hat und dann meistens keine großen Längen auftreten können.) 

Fazit:
"Abby Lynn- Verschollen in der Wildnis" ist ein spannender und authentischer Roman über das Leben in Australien im 19. Jahrhundert und besonders über die Aborigines und ihre außergewöhnliche Kultur. Abby ist eine wirklich sympathische Hauptfigur und ihre Handlungen sind gut nachzuvollziehen. Die Thematik hat mich interessiert und mich angesprochen und ich würde das Buch an jeden empfehlen, der sich für historische Romane interessiert. :)


4,25/5 Punkten

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