Sonntag, 27. November 2016

Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis [REZENSION]

Der Märchenerzähler
von Antonia Michaelis
8,99€
Oetinger-Verlag

Inhalt:
Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden?

Meine Meinung:
Achtung: Spoiler-Warnung!
Lange Zeit habe ich den Märchernerzähler in der Bücherei gesehen und dann schließlich auch mal endlich ausgeliehen. Das Buch wird von sehr vielen als extrem gut gelobt und wirkt so mysteriös, dass es direkt mein Interesse geweckt hat.
Wir lernen also die Figuren kennen. Anna ist eine sehr naive, eher kindliche Persönlichkeit die in einem guten, geborgenem Haushalt aufwächst und gerade kurz vor ihrem Abi steht. Mit ihr konnte ich mich besonders zu Anfang sehr gut identifizieren aber mit der Handlung des Buches ließ das deutlich nach. Viele ihrer Handlungen waren für mich vollkommen unverständlich und ihre Entscheidungen finde ich teilweise echt seltsam. Annas Freunde, allen voran ihre beste Freundin Gitta, haben eine etwas sonderbare Art. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie alle etwas erwachsen wirken. Genau kann ich das nicht bestimmen aber wenn Annas Freunde auf dem Schulhof oder auch zuhause beschrieben werden habe ich dabei nicht das Bild von 17-jährigen Gymnasiasten, wie ich das z.B. von meiner Schule kenne, im Kopf.
Allerdings ist der Schreibstil des Romans ein großer Pluspunkt an diesem Buch. Der Anfang mit der englischen Ballade war sehr Stimmungsvoll und hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der Schreibstil durch das ganze Buch hinweg ist sehr anschaulich und schön und die Autorin arbeitet mit vielen Bildern, die die Geschichte wirklich aufwerten.
Dann ist da noch Abel. Mein allererster Eindruck war, dass er mich total an "Tschick" aus dem gleichnamigen Buch erinnert. Er ist ein ausländischer, armer Junge, der in einer altmodischen und heruntergekommen Wohnung lebt und in der Schule durch ungewöhnliches Verhalten auffällt. Er schläft immer im Unterricht und dealt mit Drogen auf dem Schulhof. Später erfährt man ja durchaus seine Beweggründe, er kümmert sich wirklich hingebungsvoll um seine kleine Schwester, aber richtig warm konnte ich mit Abel nie werden. Er ist so mysteriös, dass es zeitweise einfach nur noch ein gruseliger Charakter ist und auch die abweisende Art, mit der er Anna behandelt hat war mir nicht sympathisch. Anna rennt ihm dauernd auf seltsame Art hinter her und er ist immer abwechselnd abweisend und interessiert. Er küsst sie und sagt ihr dann, dass sie verschwinden soll. Der Beginn dieser Liebesgeschichte, die ja groß beworben wird, kann ich in dieser Hinsicht nicht verstehen. Ich fand es unangenehm, wie aufdringlich Anna zu Beginn ist, obwohl sie ja eigentlich keine Erfahrung mit Jungs hat. Aber auch später finde ich diese Liebesbeziehung einfach nicht so "zu Herzen gehend" wie angekündigt. Abel begeht einige unverzeihliche Dinge und Anna verzeiht ihm eine Vergewaltigung (an IHR) und drei Morde weil er "seine Gründe und eine schwere Kindheit" hat? Für mich einfach nicht nachvollziehbar.
Abels Märchen ziehen sich durch das ganze Buch und geben der ganzen Geschichte einen mysteriös-gruseligen Touch. Ich kann verstehen, wenn man sie total super findet, da sie die Geschichte bestimmt für einige auch interessanter machen können. Ich hatte allerdings das Gefühl, die ganze Zeit auf irgendwas zu warten, was nie gekommen ist. Die Märchenpassagen haben die Geschichte einfach eher unterbrochen und ich würde sie jetzt auch nicht als Meisterwerk der Poesie betrachten, sondern eher als unspektakulär ansehen. Auf der einen Seite ist es irgendwie interessant, wie man alle Personen als Figuren im Märchen wiederfindet aber entweder bin ich nicht empfänglich für irgendwelche Metaphern oder es passiert einfach nichts relevantes in den Märchen.
Das Ende kam wirklich unerwartet und ich muss dem Roman zu Gute halten, dass er nicht vorhersehbar war. Abels Schicksal hätte ich auf jeden Fall nicht erwartet und irgendwie finde ich es auch aus seiner Position heraus "dumm". Er regt sich über seine Mutter auf, die ihn und seine kleine Schwester einfach allein gelassen hat und dann tut er quasi das Selbe. Laut Anna hat er sich vorher "um alles gekümmert" aber mehr als ein Satz zu Anna, was mit Micha passieren wird, war da ja wohl auch nicht. Natürlich lässt sich das als Außenstehender leicht sagen, aber ich finde seine Entscheidung Micha gegenüber einfach nicht fair, sie liebt ihren Bruder und kann ja nichts dafür, dass er unbedingt drei Leute umbringen musste.
Die Auflösung der Morde hätte ich auch nicht erwartet. Es war ein ewiges hin und her zwischen den Verdächtigen. Die ganze Zeit habe ich gedacht, dass der extrem verdächtige und seltsame Bertil eine Rolle spielt und dann ist es doch einfach Abel? Die Lösung erschien mir irgendwie seltsam, ich weiß auch nicht wieso, aber ich wäre fest davon ausgegangen, dass er nicht alle Personen einfach auf dem gewissen hat. Das lässt ihn und seine Beziehung zu Anna einfach noch mal viel gruseliger und irgendwie falsch wirken.

Fazit:
"Der Märchenerzähler" konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Die Geschichte ist spannend und der Schreibstil ist wirklich anschaulich und sehr stimmungsvoll. Allein schon die Ballade am Anfang hat mir unglaublich gut gefallen. Aber leider sind mir weder Abel noch Anna wirklich sympathisch geworden und ihre Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen. Anna verzeiht zu viel und Abel ist zeitweise einfach nur noch gruselig. Ihre Liebe hat für mich einfach nichts berührendes und ich weiß nicht, wieso Anna sich immer noch einem dreifachen Mörder der sie auch noch nebenbei vergewaltigt hat an den Hals werfen kann. Das Ende kam sehr überraschend, aber hat mich auch unbefriedigt zurückgelassen, da ich Abels Entscheidung irgendwie feige finde. Insgesamt leider enttäuschend.


2,5/5 Punkten

Donnerstag, 24. November 2016

Das Amulett von Samarkand (Bartimäus #1) von Jonathan Stroud [REZENSION]

Das Amulett von Samarkand
von Jonathan Stroud
8,95€
blanvalet-Verlag

Inhalt:
Der Dschinn Bartimäus bekommt eines Tages in London den Auftrag, dem hochnäsigen Zauberschüler Nathanael zur Seite zu stehen: ein Auftrag, der Bartimäus zunächst alles andere als glücklich macht. Doch schon bald stecken die beiden in einem Abenteuer, das sie wie Pech und Schwefel zusammenschweißt. Nathanael versucht sich am mächtigen Zauberer Simon Lovelace zu rächen und ihm das berühmte Amulett von Samarkand zu stehlen und mit Bartimäus’ Hilfe könnte ihm das auch gelingen.



Meine Meinung:
Bei Bartimäus #1 "Das Amulett von Samarkand", handelt es sich um einen Reread von einem meiner absoluten Lieblingsbücher! Ich habe Bartimäus durch Zufall vor etlichen Jahren in der Bücherei gefunden und dann alle Bände (es gibt insgesamt 3 und einen Band mit Bartimäus Vorgeschichte) gelesen. Ich glaube, der erste ist mein Favorit. So, gut dass diese Rezension jetzt vollkommen objektiv beginnt.. :P
Das Buch spielt in London der Gegenwart. Es gibt nur den kleinen Unterschied, dass es Zauberer gibt, die das Land regieren und die höchsten Posten in der Regierung innehaben und in eigentlich allen Bereichen mehr zu sagen haben als die "Gewöhnlichen", dh. die nicht-Zauberer. Allerdings beläuft sich die Macht der Zauberer zum größten Teil darauf, dass sie Kobolde, Dschinn und andere magische Wesen beschwören können und diese dann in ihren Diensten arbeiten lassen können. Bartimäus ist ein Dschinn der sehr selbstbewusst ist und viel von sich hält und das Buch ist zum Teil aus seiner Sicht geschrieben. Das beste an diesem Buch ist einfach Bartimäus Humor, Jonathan Stroud hat einen extrem lustigen, sarkastischen und schönen Schreibstil der in diesem Buch in der Figur von Bartimäus perfekt zur Geltung kommt! Durch Fußnoten erklärt Bartimäus so einiges aus der Welt der Zauberer und mir gefällt es, dass man die Welt zum Großteil aus seiner Perspektive kennen lernt, denn die Perspektive eines "Sklaven" der Zauberer und eines uralten Dschinns ist einfach etwas besonderes.
Die Andere Hauptperson ist Nathanael. Er wird mit 5 Jahren von seinen Eltern "abgegeben" um ein Lehrling der Zauberer zu werden. Also wird er quasi von Mr. Underwood adoptiert, da dieser verpflichtet ist einen Lehrling auszubilden, Zauberer aber keine eigenen Kinder haben können. Nathanael ist ganz anders als Bartimäus. Er ist ehrgeizig und eher ernst und arbeitet hart, um eines Tages im Parlament zu arbeiten. Durch diese zwei Gegensätzlichen Persönlichkeiten bilden Nathanael und Bartimäus ein sehr gutes Duo, als Bartimäus von Nathanael beschworen wird. Beide sind mir wirklich sympathisch. Die Handlung des Buches ist besonders gegen Ende sehr spannend, das Highlite für mich ist aber nicht die Handlung, sondern einfach diese beiden toll geschriebenen Charaktere und die authentische Welt, die Jonathan Stroud da erschaffen hat. Mir gefällt gut, das Nathanael nicht plötlich erfährt, dass er ein Zauebrer ist, sondern als kleiner Junge einfach ausgebildet wird. Das erspart einem das ganze umständliche Kennenlernen und den Unglaube der Hauptperson, den es ja in solchen Büchern meistens gibt. Stattdessen wird Nathanaels Unterricht als Zauberer beschrieben und Bartimäus erklärt die meisten Dinge der Zauberwelt.

Fazit:
Das Buch ist für jeden zu empfehlen, der gerne einfach mal bei einem Buch laut lachen will! :) Die Geschichte ist spannend, und total lustig und anschaulich beschrieben. Mir gefällt das Setting in London der Gegenwart sehr gut. Nathanael und Bartimäus sind zwei tolle Charaktere und die Interaktion zwischen de beiden ist super gut gelungen! Klare Empfehlung des Hauses!


5/5 Punkten

Freitag, 18. November 2016

Die Nacht, in der Mr Singh verschwand von Sabine Ludwig [KURZREZENSION]

Die Nacht, in der Mr Singh verschwand
von Sabine Ludwig
12,00€
Dressler-Verlag

Meine Meinung:
"Die Nacht, in der Mr Singh verschwand" habe ich zum ersten Mal als Kind vor einigen Jahren gelesen, aber seit dem noch viele mal erneut gelesen. Es geht um drei ganz verschiedene Kinder die zwischen 9 und 11 Jahren alt sind und aus unterschiedlichen Gründen vier Wochen ihrer Sommerferien auf "Fairytale Castle" verbringen. Das ist ein Märchenschloss in Schottland, das von Clowns geleitet wird und auf dem ungefähr 40 Kinder sind. Außerdem ist der indische Märchenerzähler Mr Singh ein Grund für viele der Kinder dort Urlaub machen zu wollen. Die Hauptpersonen heißen Miranda, Joe und Cymbeline und sind alle auf eine andere Weise sympathisch. Als in der zweiten Woche auf einmal alle Spielgeräte kaputt gehen, und sie nur noch nach strenger Anleitung malen und basteln dürfen, merken sie das irgendetwas faul ist. Sie decken langsam auf, was hinter dem Konzept des Ferienschlosses steckt. Ich finde die Geschichte, obwohl es ein Kinderbuch ist, wirklich spannend und (zumindest beim ersten Mal) hätte ich sie auch nicht vorhergesehen. An der Geschichte gefällt mir ganz besonders, wie verschieden die Charaktere sind und wie sie sich dann treffen und zusammenhalten. Freundschaft ist ein ganz wichtiger Aspekt in dieser Geschichte und macht sie auch so schön. Auch das Schloss gefällt mir und ich glaube für Kinder ist es toll, sich vorzustellen selbst auf so einem Schloss zu sein, wo es alles gibt, was sich Kinder wünschen. Zumindest gefällt mir die Idee immer, obwohl ich dann doch ganz froh bin, nicht dort zu sein, denn ganz so gut geht es den Kinder dann ja doch nicht. 

Fazit:
"Die Nacht, in der Mr Singh verschwand" ist ein sehr spannendes und schönes Buch für Kinder. Durch die sympathischen Charaktere und den authentischen Schreibstil können aber auch Erwachsene diese Geschichte definitiv gut lesen. 
Ganz genau kann ich nicht benennen, warum mir dieses Buch gefällt, aber irgendwie finde ich es einfach alles in allem sehr schön und stimmig und lese es gerne immer mal wieder.


4/5 Punkten 

Donnerstag, 10. November 2016

Eden Academy (Du kannst dich nicht verstecken) von Lauren Miller [Rezension]

Eden Academy
von Lauren Miller
Ravensburger-Verlag
16,99€

Inhalt:
Als Rory an der berühmten Eden Academy angenommen wird, geht für sie ein Traum in Erfüllung! Doch kaum hat sie ihr Zimmer in dem Elite-Internat bezogen, kommen ihr Zweifel an der schönen Fassade. Wer schickt ihr mysteriöse Nachrichten und woher weiß der Absender so viel über sie? Ist an den Gerüchten über einen Geheimbund an der Schule etwas dran? Und was hat das mit der App zu tun, die alle benutzen? Als Rory den geheimnisvollen North kennenlernt, fühlt sie sich sofort zu ihm hingezogen. Doch er scheint ihr etwas zu verschweigen ...


Meine Meinung:
An "Eden Academy" hatte ich absolut keine Erwartungen. Ich dachte eigentlich an eins von den typischen dunkles-Internat-mit-bösen-Machenschaften-Buch. Direkt zu Anfang des Buches wurde ich davon überrascht, dass es im Jahre 2030 spielt. Das ist ja nicht sehr weit in der Zukunft, aber weit genug, damit die Digitalisierung erschreckend weit voran geschritten ist. Die App "Lux" nimmt den Menschen alle Entscheidungen ab und kontrolliert so ihr ganzes Leben, in dem sie alle möglichen Daten von ihnen sammelt, was ja nicht sehr weit hergeholt ist. Es gibt eine komplett neue Technik-Marke und soziale Netzwerke (was sich zugegebener maßen eigentlich genau wie facebook anhört) und jeder muss immer und überall online sein. 
Dieses Setting gefällt mir sehr gut, da es wie bereits beschrieben nicht allzu weit hergeholt ist und dadurch eben glaubwürdig, aber trotzdem noch erschreckend genug wirkt. 
Zu Beginn war ich nicht sehr überzeugt von der Geschichte, da mir doch alles (abgesehen vom Setting) sehr klischeehaft vorkam. Rory wird an einem Eliteinternat angenommen und sie ist direkt etwas besonderes, da sie begabter als so ziemlich jeder andere dort ist und außerdem eine Stimme im Kopf hört, die als negativ gewertet abnormal gilt. Dann bildet sich auch noch eine Liebesbeziehung mit einem rätselhaften, coolen Jungen der sich genau für sie interessiert, was vorher noch nie jemand getan hat.  Außerdem ist es natürlich kein normales Internat, da es dunkle Absichten verbirgt.
Aber als ich weiter gelesen habe, hat mich die Geschichte immer weiter fasziniert und ich wollte die ganze Zeit wissen, wie es weiter geht, weil es einfach immer spannender wurde. North, der Junge, den Rory trifft, ist sehr sympathisch und die ganze Beziehung kam mir nicht erzwungen oder übertrieben nervig vor.
Es decken sich immer mehr Zusammenhänge auf, die eigentlich alle mit der App Lux und dem Konzern der dahinter steht, zusammenhängen. Auch in Rorys Familie ist nicht alles ganz so einfach. Aber auch das was eigentlich normal sein sollte, nämlich ihre Unterrichtsfächer sind echt interessant. Besonder eins, bei dem die Schüler ihr Urteilsvermögen angeblich stärken und trainieren sollen indem sie Simulationen Virtual Reality-mäßig durchleben und auf abartige weise entscheiden, welcher Mensch zum Beispiel den höchsten Wert für die Gesellschaft hat und überleben darf und welcher sterben muss. Rory ist dabei ein sehr sympathischer Charakter, da sie eine große Wende vom Anfang zum Ende des Buches durchlebt. Am Anfang vertraut sie komplett auf Lux, aber als sie einiges aufdeckt, reflektiert sie selbst und überdenkt ihre Einstellung. 
Auch das Ende gefällt mir gut, obwohl ich finde, das es einige sehr große Zufälle gab, die dazu hingeführt haben und ich mir denke, dass es ohne diese Zufälle eigentlich nicht möglich gewesen wäre.

Fazit:
"Eden Academy" hat meine Erwartungen auf ganzer länge übertroffen. Die Geschichte als Gesamtbild aus Rätseln, Spannung und unerwarteten Wendungen hat mich absolut überzeugt und fasziniert. Auch das Setting in der (nahen) Zukunft hat mich durch den erschreckenden Realitätsgehalt angesprochen.  Das einzige, was ich wirklich bemängeln muss, ist der Klappentext. Die ganze Geschichte klingt einfach extrem irrelevant und klischeehaft und vom Zukunftssetting ist z.B. gar nichts zu finden, was wirklich schade ist.


4,75/5 Punkten

To Kill a Mockingbird von Harper Lee [REZENSION]

To Kill a Mockingbird
deutsch: Wer die Nachtigall stört
von Harper Lee
9,99€
Klett Verlag

Inhalt:
In den 1930er Jahren, tief im Süden der USA, ist Atticus Finch der Verteidiger eines schwarzen Mannes, der ein weißes Mädchen missbraucht haben soll. Durch die Augen der beiden Kinder von Atticus, Scout und Jem enthüllt Harper Lee mit viel Humor und großem Scharfsinn die irrationalen Einstellungen der Erwachsenenwelt zum Thema Hautfarbe und Klasse der 30er Jahre.


Meine Meinung:
Der Inhalt des Klassikers "To Kill a Mockingbird" wird den meisten bekannt sein. Grob gesagt geht es aber um den Rassenkonflikt und die damit verbundene Diskrimination im Süden Amerikas der 1930er Jahre. Das Buch wird aus der Sicht der 6-jährigen Jean Louise "Scout" Finch erzählt und sie ist zusammen mit ihrem älteren Bruder Jem die Protagonistin des Buches. 
Mir gefällt die Kinderperspektive sehr gut und sie ist es vermutlich auch, was dazu beigetragen hat, dass das Buch so ein bekanntes Werk wird. Kinder haben bekanntlich einen anderen Sinn für Gerechtigkeit als Erwachsene und so gehen die beiden die Rassenprobleme der Zeit ganz anders an als es ein Erwachsener tut. Eine Ausnahme bildet da der Vater von Scout und Jem, der Anwalt Atticus Finch, der einen Schwarzen vor Gericht vertritt und die Ansicht vertritt, das diese die gleichen Rechte haben und genau soviel Wert sind wie Weiße. Dadurch wird er zu einer sehr fortschrittlichen und sympathischen Figur, die seinen Kindern viele wichtige und gute Werte vermittelt. Diese Werte sind auch für die Leser von Bedeutung, denn Gleichberechtigung ist ja leider in vielen Ländern, eigentlich in so gut wie allen wenn man mal von dem Konflikt zwischen der Hautfarbe weggeht und die Botschaft auf andere Gruppen überträgt, nach wie vor ein großes Problem. Besonders zur Erscheinungszeit des Buches im Jahre 1960 sah das nochmal ganz anders aus als heute, besonders eben in den USA wo das Buch spielt. 
Ich muss aber sagen, das Buch hatte einen sehr langsamen Anfang. Der eigentliche Fall, der "beworben" wird, bei dem es um einen Schwarzen geht der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat, findet erst ungefähr nach der Hälfte des Buches statt. Davor geht es hauptsächlich um Jem und Scout und ihre täglichen Abenteuer. Das ist stellenweise etwas zäh und das was mich wirklich interessiert hat, findet eben erst bei oder nach dem Gerichtsprozess statt. Der hat mir dafür umso besser gefallen und besonders die Figur von Atticus kommt hier sehr gut zur Geltung. Ab diesem Zeitpunkt sind dann noch einige ziemlich spannende Dinge passiert, die ich mal lieber nicht spoilern möchte. Aber insgesamt betrachtet finde ich die Handlung eigentlich sehr schön, auch wenn sie nicht vor Spannung strotzt und es zwischenzeitlich eigentlich "nur" um die Erlebnisse der Kinder geht. Das Ende ist zwar nicht positiv in jeder Hinsicht, aber das wäre auch einfach sehr unrealistisch gewesen. Trotzdem oder vielleicht besonders deshalb, ist es aber schön und hinterlässt das Gefühl, dass die Handlung irgendwie abgeschlossen ist, aber ohne dabei genau zu wissen, was als nächstes passieren wird.
Das Englisch ist durch die Kinderperspektive nicht extrem schwer, sondern eigentlich recht gut zu lesen und was als Schulbuch für Jugendliche im Englisch-LK wirklich angemessen. 

Fazit:
"To Kill a Mockingbird" war auf jeden Fall eins der besten Schulbücher, die ich bisher gelesen habe. Die Gesichte ist schön erzählt und erhält durch die relativ jungen Protagonistin eine interessante Perspektive auf den Rassenkonflikt im Süden der USA in den 1930er Jahren. Die Geschichte ist am Anfang etwas zäh und erst nach der Hälfte nimmt sie an Fahrt auf und das Hauptereignis findet statt. Dieses ist dafür aber wirklich sehr gut geschrieben und führt den Roman danach noch in interessante Situationen und Wendungen und vermittelt neue Perspektiven und gute Werte.





4/5 Punkten



kleine Notiz zu meiner Bewertung von Schulbüchern *klick*

Sonntag, 6. November 2016

NOVEMBER 2016 Lesepläne

Es herrscht mal wieder gähnende Leere auf meinem SuB. Wieso bin ich eigentlich gefühlt die einzige die das Problem hat :( ? Aber dafür habe ich mir für den November vorgenommen mal wieder ein Paar meiner all-time-favourites zu lesen. Da habe ich mir zum einen "Bartimäus- Das Amulett von Samarkand" von Jonathan Stroud und " Die Chroniken vom Anbeginn- Das Buch Emerald" von John Stephens. Die beiden Bücher habe ich vor einigen Jahren zum ersten mal gelesen und seit dem schon mehrfach erneut gelesen, weil sie mir einfach richtig gut gefallen und definitiv zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Außerdem will ich auch "Die Nacht in der Mister Singh verschwand" von Sabine Ludwig aus Nostalgiegründen noch mal lesen. Das Buch ist eigentlich ein Kinderbuch und meine Eltern haben mir das als ich kleiner war zum ersten Mal vorgelesen. Aber obwohl das Buch eigentlich für jüngere Kinder geschrieben ist, ist die Geschichte total spannend und man kann sie auch wenn man älter ist noch gut lesen (wenn man sich nicht daran stört, dass die Hauptpersonen 9-12 Jahre alt sind). Ein Buch, was ich noch nicht kenne, gehört auch noch zum Novemebr, obwohl ich es jetzt schon gelesen habe, nämlich "Eden Academy" von Lauren Miller
Im November erscheinen auch noch einige Bücher, auf die ich mich total freue, zum Beispiel der neue "Lockwood&Co" Band von Jonathan Stroud oder die "Legenden der Schattenjäger Akademie" von Cassandra Clare. Welche Bücher ich von den Neuerscheinungen direkt diesen Monat lesen werde, weiß ich noch nicht, aber ich bin mal gespant und ihr werdet bestimmt zu (fast) allen Rezensionen sehen.

Welche Lesepläne habt ihr so für November? Schreibt mir gerne einen Kommentar! :)

Mittwoch, 2. November 2016

OKTOBER 2016 Monatsfazit

Fröhlichen November allerseits! Eigentlich hatte ich jetzt vor etwas zu nennen was typisch für den November ist, aber irgendwie fällt mir einfach nichts ein..Sankt Martin? Ist das typisch? Oder vielleicht Kälte und Regen und ab und zu der erste Advent? Naja, auf jeden Fall habe ich den Oktober gut überstanden und auch einiges gelesen.

Ich habe mal wieder die magische Zahl von 9 Büchern geschafft. Ich frage mich, wieso ich schon vier mal neun Bücher geschafft habe und nie zehn. Vielleicht ist das ja genau das Buch zu viel was ich einfach nicht schaffe, obwohl ich mich diesen Monat echt bemüht habe mal zehn Bücher zu erreichen. Naja, man kann ja nicht alles haben und neun Bücher ist ein tolles Ergebnis. Insgesamt waren es übrigens 3418 Seiten und damit liegt der Oktober im guten Mittelfeld dieses Jahr bisher. Aber letztendlich sind ja nicht die Bücherzahlen und Seitenzahlen wichtig, sondern eher die Bücher die man gelesen hat!

Ich habe letzten Monat tatsächlich alle meine Lesepläne geschafft. Das waren die letzten drei Bände der zweiten Staffel "Top Secret" von Robert Muchamore. Außerdem habe ich Seelen von Stephenie Meyer gelesen, was zwar sehr dick, dafür aber auch sehr cool war! Außerdem habe ich den neuen Warrior Cats Spezialband "Riesensterns Rache" von Erin Hunter gelesen. Von denen kann ich auch nach gefühlten tausend Bänden nicht die Finger lassen..^^ Außerdem noch den letzten Band der Secrets Reihe von Lara De Simone, "Was Kassy wusste", der zwar eigentlich nicht schlecht war, meine Erwartungen aber leider nicht ganz erfüllen konnte :(. Auch die Schulbuch-Saison hat angefangen und ich habe "Die Verwandlung" und "To Kill a Mockinbird" für die Schule gelesen. 


Mein persönlicher TOP-Titel des Monats:
Diesen Monat hat mich "Seelen" von Stephenie Meyer auf ganzer Linie überrascht. Ich hatte bisher keines der Bis(s)-Bücher gelesen und daher absolut keine Meinung über die Schriftstellerin und ihre Werke. Umso glücklicher bin ich, das Seelen so ein interessantes Science Fiction Buch war. Die Gefühle und Konflikte der "Seelen" und der Menschen sind sehr authentisch und realistisch dargestellt. Auch die Art und Weise wie Menschen in Science Ficiton Büchern überleben und sich organisieren fasziniert mich immer wieder. Genaueres könnt ihr in meiner Rezension lesen. aber so viel kann ich verraten: Das Buch lohnt sich wirklich! 


Mein persönlicher FLOP-Titel des Monats (oder einfach eine Enttäuschung):
Ich hatte mich im Vorfeld richtig auf den letzten Band der Secrets-Trilogie gefreut. Vielleicht waren deshalb meine Erwartungen etwas (zu) hoch, aber irgendwie war ich von "Was Kassy wusste" von Lara De Simone etwas enttäuscht. Die lang ersehnte Aufklärung des Mordfalls verläuft irgendwie unerwartet und ziemlich unspektakulär und irgendwie hätte ich gerade bei der rätselhaften Kassy mehr Geheimnisse die zum Fall gehören erwartet. Trotzdem erhält man einige wichtige Einblicke in ihr Leben und fehlende Informationen. Nicht zuletzt gibt es auch eine große Wendung, die ich nicht erwartet hätte und deshalb ist das Buch definitiv kein Flop, aber eben trotzdem eine kleine Enttäuschung für mich. Genaueres gibt es auch hier in meiner Rezension zu lesen!