Donnerstag, 10. November 2016

To Kill a Mockingbird von Harper Lee [REZENSION]

To Kill a Mockingbird
deutsch: Wer die Nachtigall stört
von Harper Lee
9,99€
Klett Verlag

Inhalt:
In den 1930er Jahren, tief im Süden der USA, ist Atticus Finch der Verteidiger eines schwarzen Mannes, der ein weißes Mädchen missbraucht haben soll. Durch die Augen der beiden Kinder von Atticus, Scout und Jem enthüllt Harper Lee mit viel Humor und großem Scharfsinn die irrationalen Einstellungen der Erwachsenenwelt zum Thema Hautfarbe und Klasse der 30er Jahre.


Meine Meinung:
Der Inhalt des Klassikers "To Kill a Mockingbird" wird den meisten bekannt sein. Grob gesagt geht es aber um den Rassenkonflikt und die damit verbundene Diskrimination im Süden Amerikas der 1930er Jahre. Das Buch wird aus der Sicht der 6-jährigen Jean Louise "Scout" Finch erzählt und sie ist zusammen mit ihrem älteren Bruder Jem die Protagonistin des Buches. 
Mir gefällt die Kinderperspektive sehr gut und sie ist es vermutlich auch, was dazu beigetragen hat, dass das Buch so ein bekanntes Werk wird. Kinder haben bekanntlich einen anderen Sinn für Gerechtigkeit als Erwachsene und so gehen die beiden die Rassenprobleme der Zeit ganz anders an als es ein Erwachsener tut. Eine Ausnahme bildet da der Vater von Scout und Jem, der Anwalt Atticus Finch, der einen Schwarzen vor Gericht vertritt und die Ansicht vertritt, das diese die gleichen Rechte haben und genau soviel Wert sind wie Weiße. Dadurch wird er zu einer sehr fortschrittlichen und sympathischen Figur, die seinen Kindern viele wichtige und gute Werte vermittelt. Diese Werte sind auch für die Leser von Bedeutung, denn Gleichberechtigung ist ja leider in vielen Ländern, eigentlich in so gut wie allen wenn man mal von dem Konflikt zwischen der Hautfarbe weggeht und die Botschaft auf andere Gruppen überträgt, nach wie vor ein großes Problem. Besonders zur Erscheinungszeit des Buches im Jahre 1960 sah das nochmal ganz anders aus als heute, besonders eben in den USA wo das Buch spielt. 
Ich muss aber sagen, das Buch hatte einen sehr langsamen Anfang. Der eigentliche Fall, der "beworben" wird, bei dem es um einen Schwarzen geht der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat, findet erst ungefähr nach der Hälfte des Buches statt. Davor geht es hauptsächlich um Jem und Scout und ihre täglichen Abenteuer. Das ist stellenweise etwas zäh und das was mich wirklich interessiert hat, findet eben erst bei oder nach dem Gerichtsprozess statt. Der hat mir dafür umso besser gefallen und besonders die Figur von Atticus kommt hier sehr gut zur Geltung. Ab diesem Zeitpunkt sind dann noch einige ziemlich spannende Dinge passiert, die ich mal lieber nicht spoilern möchte. Aber insgesamt betrachtet finde ich die Handlung eigentlich sehr schön, auch wenn sie nicht vor Spannung strotzt und es zwischenzeitlich eigentlich "nur" um die Erlebnisse der Kinder geht. Das Ende ist zwar nicht positiv in jeder Hinsicht, aber das wäre auch einfach sehr unrealistisch gewesen. Trotzdem oder vielleicht besonders deshalb, ist es aber schön und hinterlässt das Gefühl, dass die Handlung irgendwie abgeschlossen ist, aber ohne dabei genau zu wissen, was als nächstes passieren wird.
Das Englisch ist durch die Kinderperspektive nicht extrem schwer, sondern eigentlich recht gut zu lesen und was als Schulbuch für Jugendliche im Englisch-LK wirklich angemessen. 

Fazit:
"To Kill a Mockingbird" war auf jeden Fall eins der besten Schulbücher, die ich bisher gelesen habe. Die Gesichte ist schön erzählt und erhält durch die relativ jungen Protagonistin eine interessante Perspektive auf den Rassenkonflikt im Süden der USA in den 1930er Jahren. Die Geschichte ist am Anfang etwas zäh und erst nach der Hälfte nimmt sie an Fahrt auf und das Hauptereignis findet statt. Dieses ist dafür aber wirklich sehr gut geschrieben und führt den Roman danach noch in interessante Situationen und Wendungen und vermittelt neue Perspektiven und gute Werte.





4/5 Punkten



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