Sonntag, 28. Mai 2017

Die Bücherdiebin von Markus Zusak [KURZREZENSION]

Die Bücherdiebin
von Markus Zusak
cbt-Verlag
9,99€

Meine Meinung:
"Die Bücherdiebin" behandelt das Schicksal eines Mädchens während des zweiten Weltkriegs in Deutschland. Ich habe schon einige Romane, die im zweiten Weltkrieg spielen gelesen und muss sagen, dieser ist definitiv unter meinen Favoriten. Liesel ist mir direkt ans Herz gewachsen. Sie macht vieles durch und wirkt trotzdem so stark, wie sie sich immer versucht an ihre Bücher zu klammern. Dabei kann man schnell vergessen, das sie eigentlich erst ein Kind ist. Das Buch ist ja mit knapp 600 Seiten recht dick und zu Beginn bekommt man als Leser gar nicht so viel vom Krieg selbst mit. Es geht einfach darum, wie Liesel versucht ihr Leben zu meistern und im Hintergrund merkt man, wie sich die Lage zuspitzt. Auch Liesels Pflegefamilie ist mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer gewesen. Man merkt einfach, was für ein starker und herzenswarmer Charakter Rosa, Liesels Mutter, hinter ihrer energischen, "harten" Fassade ist. Und ich glaube, Liesels Vater ist eine der besten Vaterfiguren, die eine Person haben kann. Nur zu Rudi konnte ich keinen rechten Zugang finden. Teilweise konnte ich seine Handlungen nicht nachvollziehen und seine ewigen Forderungen, Liesel solle ihn küssen, haben mich irgendwann ziemlich genervt. Was vielleicht auch ein kleiner Kritikpunkt ist, ist, dass man lange Zeit keine riesigen Auswirkungen des Krieges merkt und plötzlich passiert alles auf einmal. Es ist dann ein sehr abruptes Ende und die Spannung hätte vielleicht etwas länger aufgebaut werden können. Ich glaube aber, das man das nicht groß kritisieren kann, denn ich vermute, das ist ein ziemlich authentischer Verlauf des Krieges. Die Menschen merken zu Beginn kaum etwas, aber jeden Moment kann alles zusammenbrechen. Sehr interessant finde ich auch die Erzählsicht des Buches, das ja quasi aus der Sicht eines "Seelensammlers" also des Todes geschrieben ist.

Fazit:
"Die Bücherdiebin" ist ein interessantes und authentischer Roman über das Leben eines Kindes im zweiten Weltkrieg. Es ist natürlich sehr tragisch und traurig, aber das ist wohl leider die Realität, wenn man in einer solchen Zeit lebt. Zu Rudi konnte ich zwar keinen rechten Zugang finden, aber insgesamt kann ich trotzdem sagen, dass die Charaktere authentisch beschrieben und aufgebaut sind. Ich würde dieses Buch weiterempfehlen.


4,25/5 Punkten

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