Inhalt:
Es geht um die zu Beginn 14-jährige Abby Lynn, die im Jahre 1804 in London fälschlicherweise für einen Taschendiebstahl verantworltich gemacht wird. Ihre Strafe lautet, wie es damals in England üblich war, 7 Jahre Verbannung in die neue Sträflingskolonie Australien. Es handelt sich also um eine historische Romanreihe, die sich mit Abbys "Reise" nach Australien, ihre Sträflingsarbeit und allgemein ihrem gezwungenermaßen neuen Leben im gerade frisch besiedelten Australien beschäftigt. Und anhand diesen einzelnen Schicksals von Abby kann man unheimlich viel über die damaligen Gegebenheiten und das Leben, über die Gründung Australiens aber auch z.B. über die Aboriginies erfahren.
Warum mir diese Reihe so gut gefällt:
Ich bin allgemein ein Fan von historischen Romanen. Besonders über die Anfänge Australiens als englische Sträflingskolonie wusste ich eigentlich noch fast nichts, aber diese Thematik hat mich sofort unglaublich interessiert. Dieses Wissen wird eben durch ein einzelnes, natürlich fiktives Schicksal vermittelt. Aber alleine die Tatsache, das es damals vielen Menschen wahrscheinlich tatsächlich wie Abby erging und diese aufgrund der willkürlichen Justizgewalt bis nach Australien verbannt wurden, ist für mich einfach kaum zu begreifen. Allgemein konnte ich in dieser Buchreihe ein großes Mitgefühl für Abby aufbauen, deren Leben wirklich nicht von viel Glück gesegnet ist, besonders da sie zu Beginn der Geschichte ja erst 14 Jahre alt ist. Trotzdem wird sie als eine mutige, charakterstarke und scheinbar grenzenlos optimistische bzw. hoffnungsvolle Person dargestellt, die man einfach ins Herz schließen muss. Aber auch die anderen Charaktere sind authentisch und anschaulich dargestellt und man verbindet schnell gewisse Emotionen mit den einzelnen Figuren. Die Handlung ist außerdem wirklich spannend. Besonders der 4. Band konnte mich wirklich fesseln, aber ich würde auch keinen der anderen Bände als langweilig und langgezogen beschreiben. Mir gefällt auch, dass über den Verlauf der Reihe doch einige Jahre vergehen und dabei auch immer angegeben ist, um welche Monate bzw. welches Jahr es sich handelt. So konnte ich einfach einen guten Überblick über den zeitlichen Verlauf und das Alter der Figuren behalten und man bekommt natürlich mehr von den langzeitigen Entwicklungen in der Geschichte mit. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, historisch aber dennoch sehr detailliert. Besonders viel Recherche ist vermutlich in den zweiten Band, der sich mit den Aboriginies beschäftigt, geflossen. Trotzdem muss ich sagen, dass mich dieser Band rein von der Thematik her wahrscheinlich am wenigsten angesprochen hat. Insgesamt ist die Reihe aber vergleichsweise schnell und flüssig zu lesen, da alle Bände nur um die 300 Seiten haben, und der Umfang daher überschaubar ist und keine großen Längen auftreten können.
Ich spreche für die Abby Lynn Reihe also eine klare Empfehlung an jeden aus, der gerne historische Romane liest und sich für das 19, Jahrhundert und die Gründung Australiens als Sträflingskolonie interessiert. Aber ich glaube, das Buch wird vielleicht auch denen gefallen, die denken, sie würden sich nicht so sehr für Geschichte interessieren, denn der Schreibstil ist wirklich angenehm und man wird keineswegs mit Fakten überladen.
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