Montag, 17. April 2017

Sofies Welt von Jostein Gaarder [REZENSION]

Sofies Welt
von Jostein Gaarder
dtv Verlagsgesellschaft
11,95€

Inhalt:
Mysteriöse Briefe landen im Briefkasten der 15jährigen Sofie Amundsen in Oslo. Was sollen diese Fragen: »Wer bist du?«, »Was ist ein Mensch?« und »Woher kommt die Welt?«. Sofie ist irritiert. Die Briefe werden ausführlicher und entführen sie in die abenteuerliche und geheimnisvolle Gedankenwelt der großen Philosophen. Ihr unbekannter Briefeschreiber erzählt Sofie die Geschichte Europas, der Antike, des Mittelalters und der Renaissance und dann nimmt die Geschichte eine unglaubliche Wendung.

Meine Meinung:
"Sofies Welt" habe ich beim Aufräumen in den Tiefen des Schranks gefunden. Ich war wirklich gespannt auf dieses Buch, da es als "Philosophischer Jugendroman" beworben wird und ich Philosophie eigentlich sehr interessant finde und mich gleichzeitig gefragt habe, wie man das in einem Jugendroman verpacken kann. 
Leider muss ich sagen, dass ich von "Sofies Welt" ziemlich enttäuscht bin. Die Grundstory ist eigentlich nur, dass die fast 15-jährige Sofie eines  Tages mysteriöse Briefe von einem Philosophen erhält, der ihr aus heiterem Himmel einen Philosophiekurs per Post verpassen will. Im Grunde läuft Sofie also jeden Tag zum Briefkasten und findet einen neuen Brief. Dann folgen ungefähr 20 Seiten trockene Erläuterungen über die Geschichte der Philosophie und wichtigen Philosophen und ihren Ansichten. Es beginnt im antiken Griechenland und geht bis ins 20. Jahrhundert. Die Geschichte der Philosophie wäre ja eigentlich ganz interessant, aber es sind einfach viel zu viele Informationen, die viel zu langweilig verpackt werden. Ich hatte einfach keine Zeit die ganzen Informationen zu verarbeiten und wirklich aufzunehmen und könnte jetzt auch nicht nennenswert mehr über Philosophen sagen als vorher. Vielleicht müsste man sich für dieses Buch mehr Zeit nehmen und es wirklich langsam Stück für Stück lesen, aber dafür war mir die Geschichte um die wissenschaftlichen Texte herum einfach nicht inhaltsreich genug. Es gibt durchaus einige Rätsel die sich im Buch auftun, aber wirkliche Spannung konnte sich bei mir nie aufbauen. Gegen Ende wird die Geschichte zwar etwas lebendiger, aber die Geschichten über die Philosophen ziehen sich in den 620 (!) Seiten einfach zu doll. Eine Wendung am Ende hätte ich auch nicht erwartet, aber bis dahin war ich soweit, dass ich die Texte eher überflogen habe und die Wendung hat mich dann auch eher verwirrt. Was mich außerdem stört, ist, dass Sofie durch das Fehlen einer wirklich ausgeprägten Handlung kaum an Persönlichkeit gewinnt. Man erfährt nicht viel über ihre Gedanken und Gefühle und ich konnte daher auch keine Bindung zu ihr oder zu anderen Charakteren aufbauen.

Fazit:
Insgesamt konnte mich "Sofies Welt" absolut nicht überzeugen. Die Texte über die Geschichte der Philosophie wären zwar vom Grundprinzip her interessant, aber die Story um die Texte herum ist nicht sehr inhaltsreich und eher "flach". Die Informationen sind quasi nur aneinander gereiht und man kann sie daher nur schwer bis gar nicht aufnehmen. Daher haben sich die 620 Seiten ziemlich gezogen. Ich würde "Sofies Welt" nicht unbedingt weiterempfehlen, es sei denn man möchte wirklich nur Informationen über Philosophie, aber ohne riesige Hauptgeschichte, erfahren.



2/5 Punkten 

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