Sonntag, 18. Juni 2017

White Zone - Letzte Chance von Katja Brandis [REZENSION]

White Zone - letzte Chance
von Katja Brandis
Beltz&Gelberg
17,95€

Inhalt:
Sechs straffällige Jugendliche, darunter die 19-jährige Crash, erhalten eine letzte Chance: In einer alten Forschungsstation in der Antarktis sollen sie ihr Leben in den Griff bekommen. Doch das Abenteuer wird zum Höllentrip. Ein Unbekannter bedroht die Gruppe und die unmenschliche Umgebung fordert ihren Preis. Nicht nur Crashs Nerven liegen blank. Als die Jugendlichen schließlich ein japanisches Walfangboot bei seiner grausamen Arbeit beobachten, entsteht ein riskanter Plan, für den sie alles auf eine Karte setzen.

Meine Meinung:
"White Zone" hebt sich durch das Setting deutlich von anderen Jugendbüchern ab. Die Geschichte spielt in der Antarktis und über dieses Gebiet habe ich bisher noch kein anderes Buch gelesen. Daher hat es mir ganz gut gefallen etwas mehr über diese Gegend und die dort betriebene Forschung zu erfahren. Die Beschreibungen sind sehr detailliert und im Glossar findet man eine beachtliche Menge an Informationen. Das ist natürlich nicht ganz zeitgetreu, da das Buch im Jahre 2030 spielt, aber die Situation dort scheint realistisch genug zu sein um so tatsächlich einzutreten. Die Idee der sechs straffälligen Jugendlichen, die in einer fremden Umgebung wieder in ein geregeltes Leben eingegliedert werden sollen ist jetzt nicht unbedingt neu, bietet aber sicherlich genug potenzial für eine interessante Handlung. Bemerkenswert finde ich auch, dass die Autorin sogar selbst in die Antarktis gefahren ist um vor Ort Recherche für den Roman zu betreiben. Das hätte ich irgendwie nicht vermutet aber das lässt die Landschaft direkt in einem anderen Licht dastehen, wenn man weiß, dass die Autorin z.B. das Klima selbst erfahren hat. Das erklärt natürlich auch, dass die Beschreibungen so detailliert sind.

Die Handlung hat mir insgesamt auch ganz gut gefallen. Die Jugendlichen sind alle verschieden und Crash war mir eigentlich recht sympathisch. Einzig ihre "Ticks" kamen konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Natürlich ist das mit psychischen Problemen generell schwer, wenn man davon nicht selbst betroffen ist, aber irgendwie kamen mir diese plötzlichen "Eingebungen" nicht authentisch genug vor. Die russische Forschungsstation und die dort ansässigen Forscher haben der Geschichte wirklich geholfen, da sich dort natürlich neue Möglichkeiten für Handlungsstränge ergeben. So auch die Liebesgeschichten. Arvid hat mir als Charakter gut gefallen, da er einfach natürlich und sympathisch wirkt. Die Beschreibung von Crashs Gefühlen hinsichtlich ihm erschien mir teilweise aber irgendwie zu "plump", nicht tiefgründig genug. Das war jetzt aber nichts, was die Geschichte unlesbar oder so was gemacht hätte. Einen großen Teil der Geschichte nimmt das noch das Walfang-Thema ein. Das ist definitiv mal etwas anderes, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich in Sachen Umweltschutz und besonders Walfang nicht so informiert bin und mich das Thema nicht so wahnsinnig angesprochen hat. Schlecht war es aber trotzdem nicht und das ist ja auch vollkommen subjektiv, ich kann mir vorstellen, dass viele mit dem Thema vielleicht mehr anfangen können. Ich finde aber, dass die Handlung der Jugendlichen in dem Thema sehr überstürzt war und ich das dann einfach nicht mehr nachvollziehen konnte, irgendwie hätte ich da mehr Gedanken oder Hintergründe erfahren.

Fazit:
"White Zone" ist ein interessantes Buch, das man auf jeden Fall mal lesen kann. Die größten Pluspunkte sammelt es für mich zweifellos über das Setting in der Antarktis und die vielen Details die man über das Gebiet und die dort betriebene Forschung erfährt. Aber auch die eigentliche Handlung ist durchaus nicht schlecht, auch wenn mich das Walfang Thema persönlich eher weniger angesprochen hat. Wenn man bereit ist, sich auf das Setting in der Antarktis einzulassen, dann ist "White Zone - Letzte Chance" eine Empfehlung von mir!


4/5 Punkten

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