von Ken Follett
9,95€
Bastei Lübbe Verlag
Inhalt (Klappentext):
England 1123-1173. Es ist eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und einfachem Volk, das unter Ausbeutung und Not leidet. Philip, ein junger Prior, dessen Eltern von marodierenden Söldnern abgeschlachtet wurden, träumt den Traum vom Frieden: der Errichtung einer Kathedrale gegen die Mächte des Bösen. Er und sein Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Jack und die Grafentochter Aliena müssen sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten, ehe Kingsbridge Schauplatz des größten abendländischen Bauwerks, der "Säulen der Erde" wird ...
Erwartung:
Die Säulen der Erde ist ein Weltbestseller unter den historischen Romanen. Ich hatte schon lange vorgehabt, mal einen historischen Roman (der über die "Zeitdetektive" mit 10 Jahren hinausgeht^^) zu lesen. Ein Freund von mir hat mir daraufhin die Säulen der Erde empfohlen. Als ich es auf einem Bücherflohmarkt gefunden habe, hab ich die günstige Gelegenheit ergriffen und es mir, zusammen mit der Fortsetzung, "die Tore der Welt" gekauft. Ich habe keine speziellen Erwartungen an das Buch gehabt. Ich habe einfach angefangen zu lesen und auf das beste gehofft! :)
Bewertung:
Die Säulen der Erde ist ein wirklich außergewöhnliches Buch. Auf die gute Art und Weise. Der Autor hat es schnell geschafft, mich an die Welt des Mittelalters zu fesseln und ich konnte mich, besonders durch den schönen Schreibstil, gut in das Geschehen und das Zeitalter einfinden. Das Buch ist wirklich umfassend, 1153 Seiten, aufgeteilt in nochmal 6 Abschnitte bzw. Bücher die jeweils einige Jahre beinhalten. Zwischen den Büchern geht es teilweise fast nahtlos weiter, besonders gegen Ende gibt es aber auch immer größere Zeitsprünge von ca 10 Jahren.
Nacheinander lernt man die verschiedenen Charaktere kennen. Sie sind gut gewählt, so dass man die Lebensweisen bzw. -umstände verschiedener Personengruppen im Mittelalter miterlebt, bei den Figuren handelt es sich z.B. um einen Mönch, einen Baumeister und einen Grafen. Sie bieten alle eine eigene Persönlichkeit und ich habe einige Charaktere regelrecht gehasst, andere waren mir extrem sympatisch und ich konnte mich in sie hineinversetzten. Solche Emotionen zu wecken ist genau das, was ein Buch können sollte. Mir hat der Zeitrahmen von ca 50 Jahren innerhalb des Buches gut gefallen. Normalerweise bin ich kein Fan von großen Zeitsprüngen in Büchern, da ich immer das Gefühl habe, dann etwas wichtiges zu verpassen, aber ich glaube in diesem Roman war das relativ große Zeitfenster eher hilfreich. So hat man die Charaktere aufwachsen oder alt werden sehen und mehr über die Machtkämpfe zu dieser Zeit erfahren. Etwas anderes hätte auch keinen Sinn gemacht, ein Bürgerkrieg ist eben nicht in zwei Monaten zu Ende.
Ken Follet beschreibt Einzelheiten bis ins kleinste Detail, was insgesamt sehr schön ist, an manchen Stellen aber auch ein kleines Bisschen zu viel war. Die etwas ältere Sprache ist leicht zu verstehen, aber ziemlich langsam zu lesen. Zudem ist die Schrift relativ klein, wodurch ich nur sehr langsam durch das Buch kam, teilweise habe ich eine Stunde für 40 Seiten gebraucht! Aber das ist nichts, was man dem Buch ankreiden könnte, denn trotz der enormen Länge war das Buch durchweg spannend und voller interessanter, geschichtlicher Zusammenhänge und Fakten über das Mittelalter.
Fazit:
"Die Säulen der Erde" ist ein spannender, historischer Roman und für alle Geschichts-interessierten außerdem sehr interessant. Ken Follett schreibt mit einer großen Liebe zum Detail und der Schreibstil ist wirklich schön und angenehm zu lesen. Die Charaktere sind tiefgründig und vielfältig und schaffen es Emotionen zu wecken, während man mit ihnen durch verschiedene Lebensabschnitte geht, sie gewinnen und verlieren sieht. Man erfährt unglaublich viel über die Zeit des Mittelalters. Dieses Buch empfehle ich jedem weiter, diese 1160 Seiten lohen sich auf jeden Fall!
5/5 Punkten

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