Dienstag, 2. August 2016

Die Zeit der Krähen/Die Dunkle Königin (Das Lied von Eis und Feuer 7+8) von George R. R.Martin [Rezension]

Die Zeit der Krähen/Die Dunkle Königin
von George R. R. Martin
blanvalet-Verlag
je 15,00€

Inhalt:
Die sieben Königslande sind vom Krieg verheert. Cersei versucht für ihren Sohn Tommen die Macht über das Reich zu sichern. Doch werden im ganzen Land Pläne geschmiedet, diese Macht ins Wanken zu bringen. Die Konflikte zwischen den Adelshäusern, den umherziehenden Banden und religiösen Fanatikern bereiten den Krähen so manches Festmahl ...

Meine Meinung:
Nachdem im sechsten Band die Handlung einige Höhepunkte gefunden hat und es einige, wirklich sehr, sehr spannenden und vor allem unerwarteten Szenen gab, war ich voller Erwartungen, wie es nun im 7. und 8. Band weitergehen würde. 
Dumm nur, dass man die Hälfte der Figuren (erstmal) nicht wiedersieht. Am Anfang habe ich mir nicht viel dabei gedacht, da es ja oft etwas dauert bis bestimmte Sichten drankommen, aber als ich nach c.a. 100 Seiten mal durch das Buch geblättert habe, um zu schauen, wann es mal wieder um z.B. Bran geht, habe ich bemerkt, dass sich das ganze Buch eigentlich fast nur in Königsmund bzw. bei den Lennisters abspielt. Dass heißt, es wechseln sich im Grunde Cersei, Jamie und Brienne ab. Diese Sichten sind zwar nicht komplett uninteressant, aber irgendwann fehlt dann doch mal die Abwechslung, vor allem, da es (mal wieder) an wirklichen Ereignissen handelt. Ich habe wieder mein altbekanntes "Game of Thrones-Problem", dass fast das ganze Buch nur aus Beschreibungen und Erläuterungen zu Familienverhältnissen und einzelnen Personen besteht. Die Sichten von Arya und Sansa die ab und zu kommen, waren da ein kleiner Lichtblick für mich, da mir die immer am besten gefallen. Das waren, bis auf ein paar Kapitel von Cersei eigentlich auch die einzigen, die mich wirklich an die Seiten fesseln konnten. 
Was mich außerdem gestört hat war, dass einige neue Protagonisten eingeführt wurden, von deren Existenz vorher teilweise nicht mal etwas bekannt war. Bei diesen handelt es sich um Menschen von den Eiseninseln rund um Balon Graufreud. Zu Asha und Aeron konnte ich absolut keine Bindung aufbauen, was in einem Buch prinzipiell immer nicht so toll ist. Normalerweise entwickelt man ja irgendwelche Gefühle für die Charaktere, egal ob positive oder negative. Das war bei mir eben nicht der Fall, und so war mir das Schicksal der "Kraken" eigentlich vollkommen egal und ich hab nur noch sehr oberflächlich gelesen, um möglichst schnell zur nächsten Sicht zu kommen. 
Im 8. Band ändert sich die Situation nicht wirklich und die Spannung zieht nach meinen Gefühl auch nicht wirklich an.
Ich kann verstehen, dass es nicht in jedem Kapitel eine riesige Schlacht geben kann, aber nach 8 dicken Bänden sind solche langen Erläuterungen und immer mehr neue Personen einfach irgendwann nicht mehr so nötig und eine Zuspitzung der Ereignisse und ein Ende in Sicht würde der Reihe glaub ich gut tun. 
Ganz am Ende des siebten Bandes kommt  dann die Erklärung. George R. R. Martin schreibt, dass er nicht geplant hatte, einige Personen komplett außen vor zu lassen, aber das Buch mit allen Personen einfach zu dick geworden wäre. Anstatt also die halbe Geschichte von allen Personen zu erzählen, will er also die ganze Geschichte von der Hälfte der Personen erzählen. Das finde ich grundsätzlich sehr sinnvoll, denn so muss man sich nicht merken, wo alle Figuren gerade stehen. Andererseits hätte er sich vielleicht insgesamt etwas kürzer halten sollen und es ist für mich einfach ziemlich ungünstig geworden, da fast alle Personen, die mich nicht so wirklich interessieren in den Bänden 8+9 und die meisten meiner Lieblingscharaktere in den nächsten zwei gelandet sind. 

Fazit:
Martin versucht etwas Ordnung in die Bücher zu bringen, in dem er nur die Hälfte der Figuren in diesem Band behandelt. Die Idee ist gut. in der Umsetzung ist das allerdings ziemlich abwechslungslos. Einige Sichten sind für mich sehr interessant, die meisten jedoch eher weniger, besonders mit den Sichten der Eisenmänner konnte ich nichts anfangen. Es passiert leider sehr wenig, was die Handling voran bringt und es gibt wieder zu viele Erläuterungen. Wer Cersei, Jamie und Brienne mag bzw. interessant findet , wird bestimmt viel Spaß an dem Buch haben. Mein Spaß kommt dann wahrscheinlich eher in den Bänden 9+10.
Nichtsdestotrotz ist es kein schlechtes Buch, denn es ist immer noch ein "Game of Thrones"-Buch, d.h. der Schreibstil ist sehr gut und anschaulich und für wirkliche Fans der Reihe sind die Geschehnisse in dem Buch trotz der Langatmigkeit lesenswert.


3,5/5 Punklen

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