Samstag, 18. Februar 2017

Die Legenden der Schattenjäger Akademie von Cassandra Clare, Sarah Rees Brennan, Maureen Johnson und Robin Wassermann [REZENSION]

Die Legenden der Schattenjäger Akdamie
von Cassandra Clare, Sarah Rees Brennan,
 Maureen Johnson und Robin Wassermann 
Arena-Verlag
24,99€

*Enthält Spoiler aus den Chroniken der Unterwelt*

Inhalt:
Ohne Erinnerungen muss Simon erneut herausfinden, wer er eigentlich ist. Hat er das Zeug zum Dämonen bekämpfenden Helden - wie ihm seine früheren Freunde Clary und Jace erzählen? Oder ist er doch der bleiche Comicfan, der nicht einmal die Kraft hat, eine Waffe der Nephilim richtig in der Hand zu führen? Und dann gibt es noch Isabelle, an deren Liebe er sich nicht erinnern kann, obwohl es in seinem Bauch kribbelt, immer wenn er an sie denkt. War er wirklich mit diesem tollen Mädchen zusammen, und wenn ja, wie hat er das nur angestellt?

Meine Meinung:
Bei "den Legenden der Schattenjäger Akadmie" handelt es sich um eine Sammlung aus 10 Kurzgeschichten. Wobei "kurz" natürlich ein dehnbarer Begriff ist, denn insgesamt ist das Buch mit 840 Seiten alles andere als kurz. Nach den Chroniken der Unterwelt habe ich mich (so wie bei eigentlich allen längeren Buchreihen, die zu Ende gehen) gefragt, was den jetzt aus den ganzen Charakteren geworden ist. Besonders Simons Schicksal ist ja sehr ungewiss, denn am Ende von City of Heavenly Fire hat er ja sein Gedächtnis verloren. Die Legenden der Schattenjäger Akadmie setzten quasi ab dem Punkt an, wo Simon das in die Tat umsetzt, was am Ende von CoHF angedeutet wurde. Er geht auf die Schattenjäger Akadmie nach Idris um dort zum Schattenjäger ausgebildet zu werden, damit er endlich richtig in die Welt von Clary und seinen neuen Freunden gehört. Nach der Verwandlung zum Schattenjäger hofft er außerdem darauf, seine Erinnerungen zurück zu bekommen. 
Die Geschichte klingt also erst mal sehr vielsversprechend. Allerdings hat mich direkt zu Beginn, auf den aller ersten Seiten, der Schreibstil total geschockt. Geschockt klingt jetzt irgendwie sehr negativ, aber ich war einfach überrascht, da ich den Schreibstil von Cassandra Clare aus den Chroniken der Unterwelt und auch den Chroniken der Schattenjäger, die ich gerade lese, ganz anders gewohnt bin. Dieses Buch ist irgendwie umgangsprachlicher und flapsiger geschrieben. Zum Beispiel werden auch moderne Dinge, die wir im alltäglichen Leben kennen (wie Computerspiele oder Bands) direkt beim Namen genannt, was man sonst irgendwie nicht gewohnt ist. Ich würde den Schreibstil auf keinen Fall als schlecht betrachten, es war zu Beginn des Buches aber definitiv ungewohnt, später habe ich es dann gar nicht mehr wahrgenommen. 
Was vielleicht ein bisschen ironisch ist, ist, dass mich die eigentlichen Geschichten aus der Schattenjäger Akademie gar nicht so wahnsinnig interessiert haben. Ein paar Einblicke in Simons leben sind zwar ganz nett, aber ich muss auch ehrlich zugeben, dass mir Simon zwar nie unsympathisch war, aber er auch nie einer meiner Lieblingscharaktere in den Chroniken der Unterwelt war. Sehr viel spannender und interessanter finde ich dagegen die gelegentlichen Rückblicke in die Vergangenheit, Z.B. in die Zeit, als Valentin und sein Kreis an der Akadmie waren. Auch die Nebengeschichten, vor allem die um Magnus und Alec, habe mir richtig gut gefallen, da die beiden meine Lieblingscharaktere sind. Magnus tritt mit seinem gewohnten Humor und einfach wieder als total sympathischer Charakter auf, was mich immer wieder gefreut hat. Was ich auch sehr lobenswert finde, ist, dass man alle Charaktere, die man so aus den Chroniken der Unterwelt kennt, auch in diesem Buch wiedererkennt. Die Persönlichkeiten sind gleich geblieben (bis auf Simon, aber der kann ja nichts dafür^^) und ich habe das Gefühl, dass es sich immer noch um die gleichen Personen handelt, worüber ich sehr froh bin. 
Cassandra Clare typisch, gibt es wieder eine Liebesgeschichte, die natürlich wahnsinnig verkompliziert und in die Länge gezogen wird. Natürlich ist die Beziehung für Isabelle und Simon nicht mehr so einfach wie zuvor, er kann sich ja schließlich an fast nichts erinnern, während sie noch alles weiß. Trotzdem frage ich mich, wie man ein Beziehung, in der beide eigentlich genau das gleiche wollen, über so viele Ecken und Kanten und mehrere hundert Seiten ausweiten kann. Vielleicht bin ich bei so etwas aber auch einfach nur schnell genervt, denn unauthentisch fühlt sich die Beziehung trotz (oder vielleicht gerade wegen?) der langsamen Geschwindigkeit eigentlich nicht an.

Fazit:
Insgesamt hat mir "die Legenden der Schattenjäger Akadmie" gut gefallen. Die Rückblicke in die Vergangenheit und die kleinen Nebengeschichten rund um die "alten" Charaktere, werten die Handlung noch mal sehr gut auf. Aber auch die Geschichten um Simon sind abwechslungsreich und spannend. Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Mich stört mal wieder die schrecklich umständliche Liebesbeziehung, aber das bin ich bei Cassandra Clare mittlerweile gewohnt.^^


4/5 Punkten

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